
Lesezeit: min
In der Enterprise-IT überleben die Ideen, die in der Praxis funktionieren und nicht nur auf dem Papier. Sie kommen von den Menschen, die tagtäglich mittendrin sind, die etwas aufgebaut, etwas verbessert oder aus einer schwierigen Erfahrung gelernt haben. Genau diese Stimmen laden wir ein.
„3 Fragen an …“, unser laufendes Q&A-Format, präsentiert regelmäßig Vordenker:innen aus unserem Partnernetzwerk, ein Gespräch nach dem anderen. Wir stellen ihnen nur drei Fragen, bekommen aber dafür Antworten mit Substanz. Ihr kleiner Wissens-Boost für zwischendurch.
SBF ITN Solutions berät Unternehmen seit beinahe 25 Jahren rund um ihre Telekommunikations- und IT-Infrastruktur, von Mobile Lifecycle Management über Unified Communications bis zu Netzwerkinfrastruktur und digitaler Transformation. Entscheidend dabei ist ihre Rolle als unabhängige Beratungsinstanz, die ganz ohne Eigeninteresse bzw. Agenda eines Resellers handelt.
Diese Unabhängigkeit zieht sich durch das gesamte Leistungsspektrum: Tarifoptimierung, IT- und UC-Beratung, strategische Verhandlungen mit Anbietern, immer als Teil eines ganzheitlichen 360-Grad-Ansatzes im Mobile Lifecycle Management. Dazu kommen operative Daten aus den Flotten, die SBF selbst betreut. So senkt das Unternehmen spürbar Telekommunikationskosten und modernisiert Kommunikationssysteme, ohne dabei die Interessen eines bestimmten Herstellers zu vertreten.
Max Schriever ist für SBF ITN Solutions als Operations Manager und Consultant tätig. Seit 16 Jahren bewegt er sich in den Bereichen Mobile Management, Telecom Expense Management, digitale Infrastruktur, Rahmenvertragsverhandlungen und Business-Kommunikationslösungen. So hat er sich eine Innensicht auf IT- und Telekommunikationsstrategien erarbeitet, wie sie kaum ein anderer Berater mitbringt.
Ein erstes Anzeichen ist, wenn die Anzahl der Änderungen, Neubestellungen und Kündigungen nicht mit der tatsächlichen Fluktuation im Unternehmen übereinstimmt. Dies deutet darauf hin, dass irgendwo im Lebenszyklus Informationen verloren gehen. Im Idealfall steht für jeden neuen Mitarbeitenden eine neue Bestellung, und für jeden Abgang eine Kündigung. Fehlen die Kündigungen, stapeln sich ungenutzte SIM-Karten. Gibt es weniger Neubestellungen, als es tatsächlich neue Mitarbeitende gibt, werden Verträge vermutlich einfach unter den Nutzer:innen weitergereicht, ohne dass das irgendwo dokumentiert wird. Jede unvermerkte Übergabe kostet ein Stück Datenqualität.
Trifft das dann noch auf eine schwache Kostenkontrolle und fehlendes Monitoring auf Vertragsebene, wächst die Datenlücke in aller Stille weiter, bis sie irgendwann bei einer Prüfung ans Licht kommt.
Am meisten überrascht die Unternehmen eines: Wie wenig Datenvolumen ihre Mitarbeitenden tatsächlich verbrauchen. Branchenübergreifend beobachten wir, dass der Großteil der Mobilfunkverträge nur einen Bruchteil des gebuchten Datenvolumens ausschöpft. Der mit Abstand größte Kostenhebel, den wir kennen, sind Tarife, die sich am tatsächlichen Verbrauch orientieren, verbunden mit einem klaren Marktüberblick. Sichtbar wird das aber erst, wenn man Daten über Tausende Verträge hinweg vergleicht, nicht bei einer Handvoll.
Maßgeschneiderte Tarife bringen aber nur etwas, wenn das Monitoring mithält, damit Mitarbeitende nicht plötzlich ohne Datenvolumen dastehen. Genau dafür steht unser datengetriebener Ansatz im Telecom Expense Management (TEM): Jeder Vertrag wird monatlich geprüft.
Weder Technologie noch Netzbetreiber bremsen die eSIM heute noch aus. Der Knackpunkt liegt in der Prozessgestaltung und der Datenqualität. Die eSIM ist der physischen Karte in jeder Hinsicht überlegen: flexibler, schneller einsatzbereit, zuverlässiger. Trotzdem lohnt sich ein genauerer Blick auf ein paar zusätzliche Prozessschritte. Während eine physische SIM-Karte per Post verschickt wird, lässt sich eine eSIM direkt aufs Gerät spielen oder per QR-Code aktivieren, was die Bereitstellung vollständig automatisieren kann – vorausgesetzt, die zugrunde liegenden Daten stimmen.
Darüber hinaus muss die Erstaktivierung der eSIM in die Bereitstellungsprozesse integriert werden, um sicherzustellen, dass die Geräte ohne operativen Aufwand in Betrieb genommen werden können. Viele Unternehmen scheuen diese Umstellung schlicht, weil ihnen die internen Kapazitäten fehlen, um den Rollout zu begleiten, dabei wäre der Gewinn an Tempo und Genauigkeit beträchtlich. Ein einheitlicher TEM- und Service-Scope beseitigt genau diese Unsicherheit und ermöglicht es dem Unternehmen, sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren.
Was Max beschreibt, ist letztlich keine Frage des Engagements, sondern der Sichtbarkeit. Es sind nicht die IT-Teams, die ihre Mobilfunkflotte mit Absicht vernachlässigen, sondern sie sehen schlicht nie das große Ganze. Zum Beispiel eine Kündigung, die untergegangen ist, ein Tarif, den niemand mehr angefasst hat, ein Handy, das noch läuft, lange nachdem die Nutzerin oder der Nutzer das Unternehmen verlassen hat. Innerhalb eines einzelnen Unternehmens bleibt dieses Muster unsichtbar. Sobald man es aber mit zehntausenden Verträgen vergleicht, fällt es sofort auf.
Für das Thema eSIM gilt dasselbe Prinzip. Technisch ist schon seit Jahren alles bereit. Was Unternehmen zurückhält, sind nicht die Netzbetreiber oder die Hardware, sondern die Frage, ob die eigenen Daten sauber genug gepflegt sind, um automatisiert zu werden. Im Mobile Lifecycle Management gilt dasselbe wie im gesamten Device Lifecycle Management: Den entscheidenden Vorsprung bringt nicht das nächste schicke Feature, sondern die wenig glamouröse Disziplin, Daten sauber und geordnet zu halten.