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Es ist Montagmorgen. Eine neue Mitarbeiterin nimmt zum ersten Mal an ihrem Schreibtisch Platz. Neben dem Willkommenspaket steht ein frisch bereitgestellter Laptop. Sie klappt ihn auf, bereit für das Onboarding, für die ersten Gespräche mit dem Team, für ihre Aufgaben. Doch das Gerät lässt sich nicht anmelden. Das VPN-Token fehlt. Zugriffsrechte sind noch nicht freigeschaltet. Der Service Desk arbeitet einen Rückstau ab.
Was folgt, ist kein spektakulärer Systemausfall. Es ist etwas Alltäglicheres: Sie wartet.
Für sich genommen wirken solche Situationen harmlos. Ein verzögerter Login. Eine fehlende Berechtigung. Eine Freigabe, die länger dauert als geplant. Doch über Dutzende oder Hunderte Mitarbeitende hinweg summieren sich diese kleinen Verzögerungen. Wenn 50 Neueinstellungen im Jahr jeweils nur einen halben Tag produktiv verlieren, entstehen daraus schnell mehrere Wochen ungenutzter Arbeitszeit. Über Standorte und Geschäftsbereiche hinweg wird aus Einzelfällen ein strukturelles Muster.
So geht Produktivität in Unternehmen verloren. Nicht durch spektakuläre Ausfälle, sondern durch stille Reibungsverluste im Alltag. Und genau diese Verluste tauchen in kaum einem Reporting auf.
Produktivitätsverluste kündigen sich selten laut an. Sie entstehen durch zu spät erneuerte Geräte, durch manuell koordinierte Onboarding-Prozesse, durch Ersatzhardware, die sich in Logistikprozessen verzögert, oder durch IT-Teams, die mit Bereitstellung und Rücknahme von Endgeräten ausgelastet sind. Jedes einzelne Thema scheint lösbar. In Summe entsteht jedoch ein dauerhafter Effizienzverlust.
Ein einfaches Rechenbeispiel verdeutlicht die Dimension: Verlieren 1.000 Mitarbeitende nur 45 Minuten pro Monat durch gerätebedingte Verzögerungen, summiert sich das auf rund 9.000 Arbeitsstunden pro Jahr. Das entspricht der Arbeitsleistung mehrerer Vollzeitstellen – nicht, weil Mitarbeitende weniger engagiert wären, sondern weil die technische Infrastruktur nicht durchgängig verfügbar ist.
Unternehmen messen Umsatz pro Mitarbeitendem, Auslastung und Projektdurchlaufzeiten sehr genau. Kaum jemand erfasst jedoch systematisch verlorene Arbeitszeit durch Geräteausfälle oder verzögerte Bereitstellungen. Die implizite Annahme lautet häufig: Ist der Laptop ausgegeben, ist die Produktivität gesichert. In der Praxis entscheidet jedoch die Einsatzbereitschaft der Systeme über die tatsächliche Leistungsfähigkeit.
Die Folgen betreffen nicht nur einzelne Mitarbeitende. Fällt ein Gerät aus oder verzögert sich der Austausch, wird die IT in reaktive Problemlösung gedrängt. Führungskräfte verteilen Aufgaben neu. Projektpläne verschieben sich. Besonders in hybriden Arbeitsmodellen, in denen spontane Vor-Ort-Unterstützung fehlt, wirken sich solche Verzögerungen stärker aus als früher.
Der teuerste Teil der Workplace-IT ist häufig nicht das Gerät selbst, sondern die Zeit, in der darauf gewartet wird.
Dass diese Effekte messbar sind, zeigt eine Forrester Total Economic Impact™ Studie, die im Januar 2026 von devicenow beauftragt wurde. Betrachtet wurde dabei, welchen Einfluss ein Device-as-a-Service-Modell auf Geräteverfügbarkeit und Ausfallzeiten haben kann.
In der modellierten Composite-Organisation konnte die Vorlaufzeit für ungeplante Geräteersatzbeschaffungen von bis zu acht Tagen auf rund zwei Tage reduziert werden. Damit gingen die Ausfallzeiten von Mitarbeitenden um etwa 75 Prozent zurück.
Die Ergebnisse basieren auf einer modellierten Organisation und können je nach Unternehmen variieren. Sie verdeutlichen jedoch, welche wirtschaftliche Relevanz ein servicebasiertes Gerätemanagement in großen Strukturen haben kann.
Gleichzeitig zeigte die Studie, dass für die Bereitstellung eines neuen Geräts im Durchschnitt rund 4,5 Stunden IT-Aufwand anfielen, für die Außerbetriebnahme eines alten Geräts etwa zwei Stunden. Hochgerechnet auf Tausende Endgeräte entsteht daraus eine erhebliche operative Belastung für IT-Teams.
Die digitale Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahren rasant verändert. Hybride Modelle sind zur Normalität geworden. Teams arbeiten standortübergreifend. Sicherheitsanforderungen steigen kontinuierlich. Gleichzeitig erwarten Mitarbeitende eine Verfügbarkeit und Geschwindigkeit, wie sie es aus dem privaten Umfeld gewohnt sind.
Technologie ist damit nicht länger nur unterstützende Infrastruktur. Sie ist Voraussetzung für Wertschöpfung.
Dennoch werden Endgeräte in vielen Organisationen weiterhin wie klassische Sachgüter behandelt: zyklisch beschafft, möglichst lange genutzt, regional unterschiedlich betreut. In Phasen von Wachstum, Internationalisierung oder Übernahmen verstärken sich diese Unterschiede. Aus operativen Ineffizienzen können so strukturelle Risiken für Produktivität und Geschäftskontinuität entstehen.
Vor diesem Hintergrund verschiebt sich die Perspektive. Es geht nicht mehr allein um Einkaufspreise oder Investitionszyklen – entscheidend ist, wie schnell Mitarbeitende arbeitsfähig sind und bleiben.
Device-as-a-Service wird deshalb zunehmend als Betriebsmodell verstanden, das Reibungsverluste reduziert. Vorkonfigurierte Geräte, standardisierte Prozesse und definierte Service Levels für Austausch und Ersatz können dazu beitragen, Unterbrechungen zu minimieren. Gleichzeitig gewinnt die IT Freiräume für strategische Aufgaben, etwa in den Bereichen Cybersecurity, Automatisierung oder Digital Experience.
Für Anbieter wie devicenow bedeutet das nicht nur die Bereitstellung von Hardware, sondern die Sicherstellung eines konsistenten, planbaren Gerätelebenszyklus über Standorte hinweg.
Lange lag der Fokus auf den sichtbaren Kosten von Workplace-Hardware: Stückpreis, Investitionsvolumen, Vertragskonditionen. Diese Faktoren bleiben relevant. Doch sie erfassen nicht den wirtschaftlichen Effekt von Verzögerungen, die als normal akzeptiert werden.
Die entscheidende Frage lautet daher: Wie viel Produktivität geht verloren, weil Mitarbeitende warten müssen?
Jedes verzögerte Onboarding, jeder verspätete Geräteaustausch, jedes veraltete System, das Arbeitsabläufe verlangsamt, bindet Kapazitäten, die anderweitig Wert schaffen könnten. In großen Organisationen ist dieser Verlust selten spektakulär. Aber er ist kontinuierlich.
Produktivität hängt heute nicht nur von Talent und Strategie ab. Sie hängt davon ab, ob die notwendige Infrastruktur zuverlässig verfügbar ist, wenn sie gebraucht wird.