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Mit unserer Device-as-a-Service-Lösung von devicenow bewegen wir uns in einem dynamischen, modernen Umfeld. Geschwindigkeit, Effizienz und Performance gehören für uns zum Alltag. Was dabei oft zu kurz kommt? Der Blick hinter die Kulissen – auf die Ideen, die unsere Branche prägen, und auf die Köpfe, die sie vorantreiben.
Deshalb starten wir „3 Fragen an …“ – ein kompaktes Q&A-Format mit Vordenker:innen aus unserem Partnernetzwerk. Drei Fragen. Drei Antworten. Viel Substanz. Der kleine Wissens-Boost für zwischendurch.
Berlin Global Advisors zählt zu den führenden unabhängigen Beratungsfirmen für Geopolitik, Government Affairs und strategische Unternehmensfragen. Wer komplexe politische und regulatorische Dynamiken nicht nur verstehen, sondern aktiv für sich nutzen will, findet hier das richtige Team. Mit tiefen Wurzeln in Politik, Diplomatie und Wirtschaft hilft Berlin Global Advisors Unternehmen, Investoren und Institutionen dabei, Veränderungen nicht nur zu antizipieren – sondern sie zu gestalten.
Wenige kennen das Zusammenspiel von Politik, Regulierung und Wirtschaft so genau wie Daniela Kluckert. Als ehemalige Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr hat sie Digitalisierung, Mobilität und Infrastruktur nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgeprägt. Ihre Jahre im Deutschen Bundestag haben ihr ein Gespür gegeben, das sich nicht simulieren lässt: für das, was politisch möglich ist – und was nicht. Heute bringt sie diese Erfahrung in die Beratung ein und hilft Organisationen, in einem zunehmend komplexen Umfeld strategisch zu handeln.
1. Welche Entwicklungen in der Digitalisierung der letzten Jahre sehen Sie in Deutschland und Europa als besonders vielversprechend – und welche Lehren lassen sich daraus für Unternehmen und Entscheidungsträger ziehen?
Die vielversprechendsten Entwicklungen zeigen sich dort, wo Deutschland seine traditionellen Stärken erfolgreich mit Digitalisierung verbindet – also wo Ingenieursexzellenz, herausragende Forschung und brillante Ideen zusammenkommen. In Bereichen wie der Fusionsenergie oder der Medizintechnik hat Deutschland das Potenzial, international ganz vorne mitzuspielen. Solche hochdigitalisierten Spitzentechnologien schaffen nicht nur wirtschaftliche Dynamik, sondern leisten auch einen Beitrag zur Bewältigung zentraler Herausforderungen unserer Zeit – in der Energie, im Gesundheitswesen und in der Industrie.
Die unbequeme Wahrheit dabei lautet: Unser größtes Hindernis ist kein Mangel an Wissen, sondern ein Mangel an Umsetzung. Deutschland ist stark im Erfinden, aber zu langsam beim Skalieren, Genehmigen und Anwenden von Innovationen. Wir debattieren neue Technologien oft länger, als andere brauchen, um sie in die Praxis zu bringen.
Die Lehre daraus ist klar: Wir müssen unsere Stärken nicht nur verteidigen, sondern sie entschlossener in Anwendung, Tempo und den Mut zur Technologie übersetzen. Denn die Zukunft entsteht nicht allein im Labor, sondern dort, wo Innovationen tatsächlich Markt und Gesellschaft erreichen.
2. Welche Prioritäten sollte Deutschland beim Ausbau seiner digitalen Infrastruktur setzen, um wirklich zukunftsfähig und global wettbewerbsfähig zu werden?
Drei Faktoren sind entscheidend: Tempo, Wettbewerb und Investitionssicherheit. Deutschland braucht einen konsequenten Glasfaserausbau, einen verlässlichen Regulierungsrahmen und fairen infrastrukturbasierten Wettbewerb. Denn nur dort, wo sich Investitionen lohnen und Wettbewerb funktioniert, entstehen leistungsstarke Netze, Innovation und am Ende bessere Angebote für Verbraucher.
3. Welche Rahmenbedingungen braucht es, um Deutschland und Europa als führende Standorte für digitale Innovation zu positionieren – und wie kann die Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft den Fortschritt beschleunigen?
Um Deutschland und Europa als führende Standorte für digitale Innovation zu positionieren, brauchen wir vor allem mehr Tempo und einen stärkeren Umsetzungswillen. In Europa wird zu oft debattiert und zu selten skaliert. Es geht darum, Innovationen schneller in die Praxis zu bringen und gleichzeitig den europäischen Binnenmarkt zu vollenden – damit wir unsere Größe und Vielfalt im globalen Wettbewerb wirklich ausspielen können.
Ebenso wichtig sind wettbewerbsfähige Standortbedingungen – insbesondere bei Energiepreisen, Steuern und Lohnnebenkosten. Wer will, dass Zukunftstechnologien in Europa entwickelt, produziert und gehalten werden, muss auch wirtschaftlich attraktive Rahmenbedingungen dafür schaffen.
Und schließlich muss der Staat selbst digitaler werden. Digital only und Digital default in der öffentlichen Verwaltung müssen endlich zum Standard werden. Das würde Verfahren beschleunigen, Unternehmen entlasten und zeigen, dass Europa Digitalisierung nicht nur einfordert, sondern selbst lebt.
Am Ende entsteht Fortschritt dort, wo Politik die richtigen Rahmenbedingungen setzt und Unternehmen darauf mit Investitionen, Innovation und Umsetzungskraft aufbauen.
Beim Zuhören wird schnell klar: Europas digitale Zukunft wird nicht an einem Mangel an Ideen oder Talenten scheitern, sondern daran, ob der Wille zur Umsetzung stark genug ist. Deutschland hat die Ingenieursexzellenz, die Forschungsbasis und die industrielle Tradition, um eine führende Rolle einzunehmen – aber Führung bedeutet, vom Debattieren ins Handeln zu kommen, vom Piloten ins Skalieren. Für Unternehmen und Entscheidungsträger ist die Botschaft konkret: Investiert dort, wo Rahmenbedingungen verlässlich sind, setzt euch für Regulierung ein, die Innovation belohnt, und wartet nicht auf perfekte Bedingungen. Die Unternehmen, die das nächste Jahrzehnt prägen werden, sind jene, die politisches Gespür mit dem Mut zur Geschwindigkeit verbinden.