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In den letzten Jahren hat die Circular Economy (kreislaufwirtschaft) in der IT an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass ihr hoher Ressourcenverbrauch, die Menge an Abfall und die CO₂-Emissionen nicht mehr tragbar sind. Weltweit gibt es mehr digitale Endgeräte wie Laptops als Menschen, auch wenn sie nicht auf alle Menschen gleich verteilt. Angesichts dieser Fakten versuchen IT-Unternehmen, sich von ihrem bisherigen linearen Wirtschaftsmodell hin zu einer Circular Economy zu entwickeln. Das Europäische Parlament beschreibt die Circular Economy als „ein Modell der Produktion und des Verbrauchs, bei dem bestehende Materialien und Produkte so lange wie möglich geteilt, geleast, wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet und recycelt werden.“ 1 Schauen wir uns jetzt genauer an, wie die Circular Economy in der IT umgesetzt wird!
Die Circular Economy ist zwar kein neues Konzept, wird jedoch erst seit kurzem in der IT-Branche verstärkt angewendet. Prognosen zeigen, dass in den nächsten zehn Jahren fast ein Viertel der globalen Emissionen, die durch Rohstoffabbau, Transport und Produktion entstehen, von digitalen Geräten ausgehen werden. Die Circular Economy setzt genau hier an, indem sie digitale Geräte wie Desktop-PCs, Laptops und Smartphones wiederverwendet, aufbereitet und letztendlich recycelt. Dadurch können CO₂-Emissionen gesenkt, der Rohstoffverbrauch reduziert und weniger Abfall produziert werden. Kurz gesagt, „Die Circular Economy zielt darauf ab, Abfall und Verschmutzung zu vermeiden, Produkte und Materialien im Gebrauch zu halten und natürliche Systeme zu regenerieren. Im Kontext digitaler Geräte bedeutet das, die Nutzung der Geräte zu optimieren und ihre Lebensdauer zu maximieren, was wiederum zur Dekarbonisierung der Umwelt beiträgt.“ 2
Die Circular Economy in der IT könnte der neue Ansatz sein, den viele Unternehmen suchen, um Kosten zu sparen und gleichzeitig ihre IT-Abteilungen zu automatisieren. Durch eine solche Entlastung können sich Mitarbeiter auf wichtige, geschäftsrelevante Aufgaben konzentrieren. Zudem fördert dieses Konzept die Nachhaltigkeit und hilft, den Hardware-Abfall zu reduzieren. Alle Geräte, die nicht mehr benötigt werden, können von anderen Unternehmen, die ebenfalls an der Circular Economy teilnehmen, weiterverwendet werden.
Das vorherrschende Modell seit der Industriellen Revolution ist die lineare Wirtschaft, die einem einfachen ‚Nehmen, Herstellen, Nutzen, Entsorgen‘-Muster folgt. Die Auswirkungen der linearen Wirtschaft in der IT sind besonders besorgniserregend. Giftiger Elektroschrott ist mittlerweile der am schnellsten wachsende Abfallstrom der Welt, mit über 50 Millionen metrischen Tonnen pro Jahr. Zusätzlich gibt es ernsthafte Bedenken hinsichtlich des Abbaus natürlicher Ressourcen und der CO2-Emissionen, die durch die Herstellung und Nutzung von Computern und anderen Geräten entstehen.3
Im Gegensatz dazu funktioniert die Circular Economy anders. Hier werden Rohstoffe aus der Erde entnommen, Produkte entworfen, produziert oder aufbereitet, ausgeliefert und genutzt, und anschließend wiederverwendet oder repariert. Am Ende ihres Lebenszyklus werden diese Produkte gesammelt, und nur ein kleiner Teil des Abfalls verlässt den Kreislauf im Vergleich zur linearen Wirtschaft. Alles, was recycelt werden kann, wird auch recycelt, und die gewonnenen Rohstoffe fließen wieder in diesen endlosen Kreislauf zurück. 1
Die zentrale Idee der Circular Economy ist es, Materialien so lange wie möglich ohne Wertverlust zu nutzen und am Ende der Nutzungsdauer in neuen Produkten wiederzuverwerten. Für die IT bedeutet das, die Lebensdauer unserer jetzigen und zukünftigen Geräte zu verlängern.
Ein IT-Management, das auf der Circular Economy basiert, sollte vier Prioritäten setzen, wobei die Verlängerung der Nutzungsdauer an erster Stelle steht.
Quellen:
2 https://circulartech.apc.org/books/a-guide-to-the-circular-economy-of-digital-devices/export/html